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Dōjōkun


Wir kennen alle das An- u. Abgrüßen in Seiza (traditionelle japanische Sitzhaltung, bei der man kniend auf den Fersen sitzt). In der Zeit in der wir die Augen geschlossen haben, sollte am Ende des Trainings intensiv an diese Regeln des Dojokun gedacht werden.
In einigen Dojos wird immer am Anfang eines Trainings, vor dem Angrüßen, das Dojokun aufgesagt:


I.
II.
III.
IV.
V.
HITOTSU! JINKAKU KANSEI NI TSUTOMURU KOTO!
HITOTSU! MAKOTO NO MICHI O MAMORU KOTO!
HITOTSU! DORYOKU NO SEICHIN O YASHINAU KOTO!
HITOTSU! REIGI O OMONZURU KOTO!
HITOTSU! KEKKI NO YU O IMASHIMURU KOTO!





Erläuterung:

Suche nach der Perfektion deines Charakters.
HITOTSU! JINKAKU KANSEI NI TSUTOMURU KOTO!

Diese Regel bezieht sich auf das Verhältnis des Menschen zu sich selbst: Bemühe Dich darum, nicht nur Deinen Körper zu üben, sondern begegne Deinen inneren Unebenheiten mit derselben Kraft, wie Du im Training lernst, äußere Schwierigkeiten zu überwinden.


Sei aufrichtig, loyal und zuverlässig.
Sei beständig auf der Suche nach dem wahren Weg.
HITOTSU! MAKOTO NO MICHI O MAMORU KOTO!


Diese Regel bezieht sich auf die Haltung des Menschen gegenüber dem Leben und auf die Bereitschaft zum richtigen Verhältnis zwischen Selbst und Gegenüber.
Achte das Leben, deine Kunst und den anderen Menschen. Pflege gegenseitige Beziehungen mit ehrlicher Gesinnung und vermeide Haltungen, durch die Du in Frage gestellt werden kannst. Stehe zu Deinen Verantwortungen und Pflege den Geist der Freundschaft.


Sei achtsam in Deinem Streben.
Erschaffe einen Geist der Bemühung und Beharrlichkeit
HITOTSU! DORYOKU NO SEICHIN O YASHINAU KOTO!


Diese Regel bezieht sich auf die Verwirklichung des Menschen in seinen persönlichen Lebenszielen.
Vermeide jede Form egoistischen Strebens. Überwinde den Egoismus, die Selbstsucht und die Habgier, sei maßvoll im Nehmen und großzügig im Geben. Dränge Dich nicht in den Vordergrund, halte Deine Ansprüche gering und bekenne Dich zur Verantwortung, zur Hilfe und Toleranz.


Ehre die Prinzipien der Etikette.
Handle stets mit guten Manieren
HITOTSU! REIGI O OMONZURU KOTO!


Diese Regel bezieht sich auf die richtigen Formen der Verhaltensetikette, die ein Mensch beachten muss, wenn er von anderen verstanden und angenommen werden will.
Respektiere die Budoetikette und bemühe Dich darum, sie in Deinem Verhalten sichtbar zu machen. Gehe nicht gedankenlos darüber hinweg und suche nicht nach Entschuldigungen, wenn Du sie verletzt. Gleiche Fehler durch erhöhte Hingabe aus und lasse sie nicht auf sich beruhen.


Verzichte auf Gewalt.
Unterlasse gewalttätiges und unkontrolliertes Verhalten
HITOTSU! KEKKI NO YU O IMASHIMURU KOTO!


Diese Regel bezieht sich sowohl auf die notwendige innere Haltung, die menschliches Zusammenleben ermöglicht, als auch die Formung eines menschenwürdigen Charakters.
Mißbrauche weder das Wissen, noch das Können, das Du dir während der Übung der Kampfkünste aneignest, für eigennützige Zwecke.
Bekenne Dich zur körperlichen und geistigen Gewaltlosigkeit und bemühe Dich in allen Problemsituationen um friedliche Alternativen.




HITOTSU! bedeutet: "zum einen" oder "erstens". Es ist aber hier nicht als Aufzählung zu verstehen, sondern im dem Sinne, dass alle Regeln gleich wichtig sind und keine eine höhere Priorität besitzt. Es ist ein Aufruf zur Beachtung..
 



Karate-Abteilung TSV-Langenprozelten

Mitglied im Deutschen Karate Verband e.V.










Die heute bekannten fünf Grundregeln wurden vom Karatemeister Sakugawa (1733 - 1815) gegründet, der sich dabei an chinesischen Formen orientierte, die geschichtlich mit Leitsätzen von Boddhidarma zusammenhängen. Sie weisen aber auch in ihren Grundlagen Zusammenhänge zu den Traditionen des japanischen Budo (Bushido) auf.




Dojokun sind Vorschriften eines Karate- oder Kampfkunstübenden, die sich sowohl auf das Verhalten innerhalb als auch außerhalb des Dojo beziehen. Sie schaffen Verbindung zwischen der formalen Technik und der Philosophie des Weges (Do).

Sie sind der im Budo-Geist beinhaltete Auftrag, den Weg nicht nur zu verstehen, sondern auch zu leben.





Durch das Dojokun wird Karate mehr als ein Sport. Es soll den Weg zu einem besseren Charakter zeigen und Ansporn zu Verbesserung geben, so dass das höchste Ziel des Karate, der Kampfkunst, erreicht werden kann:

Sich selbst zu meistern.



 

Karate-Do Langenprozelten
Jochen Goßmann
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